Bericht und Fotos von Doldenhorn, 3638 M.ü.M., Berner Oberland

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Doldenhorn (Vergrössern anklicken)
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Datum: 01./02. Oktober 2011

Schwierigskeitsgrad: Kandersteg- Doldenhornhütte T2

                                   Doldenhornhütte- P. 2973: T4 (kurz gesichert)

                                   Hochtour: WS  I

Höhenmeter: Kandersteg- Doldenhornhütte: 775 HM

                      2. Tag: Aufstieg  ca. 1730 HM

                                 Abstieg knapp 2500 HM

Dauer: Kandersteg- Doldenhornhütte: 2.05 Std. (normal 2.30 Std.)

           2. Tag: Auf- und Abstieg bis Kandersteg ca. 9.45 Std., davon 5 Std. im Aufstieg, 

           exkl. Pausen.

Wer: Urban und ich

 

Bemerkung: Zum Doldenhorn gibt es vorallem eines zu sagen: Spaltenreicher und zerrissener Gletscher. Das macht die Schwierigkeit des Berges aus.

 

Route:

Kandersteg- Öschiwald- Undere Biberg- Doldenhornhütte SAC.

Doldenhornhütte SAC- P. 2202- P. 2400- Bim spitze Stei- P. 2973- Doldenhorngletscher- Gipfel. Dann gleiche Weg zurück.

 

Bericht:

Am erster Tag gemütlicher Wanderung von Kandersteg nach Doldenhornhütte SAC (Sektion Emmental). Der Weg via Öschiwald und Undere Biberg ist feucht, weil es im Schatten lag. Erst dann oben auf dem Obere Biberg schien endlich die warme Sonne auf uns.

Die Hütte steht auf die schöne Lage, wo viele kleinen Bäumen wachsen und eine tolle Aussicht bietet. Leider liegt die Hütte (1915 M.ü.M.) nicht so hoch wie die anderen umliegenden SAC- Hütten, weil wir am zweiten Tag mit mehr Höhenmeter bis zum Gipfel dazugewinnen müssen.

Am zweiten Tag standen wir sehr früh auf. Nach dem ausgiebigen Frühstück marschierten wir um 4.40 Uhr los. Mit Stirnlampen unterwegs, in sehr langer Dunkelheit (über zwei Stunden) folten wir eine noch weitere Seilschaft aus Salzburg (A) nach, der auch auf dem Doldenhorn besteigen möchte. Wir erreichten uns dann bei P. 2973, bei Eintritt auf dem Gletscher, und machten eine Pause. Wir holten unsere Ausrüstung aus dem Rücksack und bereiteten für eine Gletscherwanderung vor.  Dank dem Neuschnee vor zwei Wochen, hat die Verhältnisse auf dem zerrissenen Gletscher entschärft und auch dank dem Vorgänger der letzte Woche hat eine gute Spur hinterlassen. Wir gingen auf die vorhandene Spur steil hinauf und meisterten die zwei sperrigen Spaltenzonen gut. Eine dreiköpfige Gruppe aus Salzburg hatten wir bereits überholt und wir gingen auch mit etwas Mühe hinauf. Nach der Spaltenzone gingen wir noch eine steile Flanke bis zum Grat hinauf. Dann auf dem etwas exponierten Grat, breit genug für unsere Füsse, noch weitere 50 Laufmeter bis zum Gipfel.

Um 10.05 Uhr erreichten wir jubelnd auf dem Gipfel. Tolle Aussicht! Genial! Auf dem Gipfel steht noch einen halb verschneiten Christbaum (leider ohne Nadeln), da hat jemand laut Skitourenforum vor vielen Jahren auf dem Gipfel gestellt. Witzig!

Nach einer halben Stunde kam eine fast erschöpfte Seilschaft endlich zu uns auf dem Gipfel. Oben war es wirklich warm und windstill. Nach der Rast gingen wir wieder hinunter und erreichten problemlos auf dem Schutthaufen von P. 2973. Dann ein langer Marsch bis zur Hütte hinunter. Die schönen Steinformationen vom "Bim spitze Stei" beeindruckten uns und wir blickten zum Doldenhorn hinauf. In der Hütte löschten wir unseren Durst und wanderten nach Kandersteg hinunter.

 

Es war eine anstrengende aber eine sehr schöne Hochtour! Was für ein Berg dicht über fast grünem Tal.

 

Fotos: